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Jean Fautrier

Paris 1898 - Châtenay-Malabry 1964


Jean Fautrier zieht mit der Mutter, nach dem frühen Tod seines Vaters, nach London. Er studiert bereits als 14-Jähriger an der Royal Academy und später an der Slade School of Art. Um seinen Kriegsdienst abzuleisten kehrt Fautrier anfang 1917 nach Frankreich zurück.
1918 erleidet er an der Front eine schwere Giftgasverletzung mit lebenslangen Folgen. In Tirol beginnt Fautrier während eines Erholungsaufenthaltes 1920-21 wieder zu malen. Expressive Figurenbilder, Porträts und Stillleben entstehen, die im Pinselduktus und der fast karikaturartigen Auffassung an Chaim Soutine erinnern.
1925-26 entstehen parallel dazu ungewöhnliche experimentelle Kompositionen, in denen das Motiv inmitten rasch hingeschriebener Farbgesten und monochromer Farbigkeit kaum noch erkennbar ist. Bereits 1923 stellt er seine Bilder in Paris aus und seit 1925 ist er unter Vertrag bei der renommierten Pariser Galerie Guillaume.
Nach anfänglichen Verkaufserfolgen zieht sich Jean Fautrier in den dreißiger Jahren immer mehr von der Malerei zurück. Er verlässt 1934 Paris endgültig, wird zunächst Skilehrer in Tignes, später erfolgreicher Geschäftsführer eines Hotels in Val d'Isère.
Fautrier verlässt mit Beginn des Zweiten Weltkrieges die Alpen und kehrt über Marseille und Aix-en-Provence 1940 nach Paris zurück. Als Treffpunkt seiner in der Résistance tätigen Freunde wird sein Atelier, was er sich einrichtet. Nach einer kurzfristigen Festnahme findet Jean Fautrier Unterschlupf im Sanatorium des Dr. Lesavoureux. Dort entsteht bis 1945 die Serie der "Otages" (Geisel-Bilder).
Sie begründen Fautriers späteren Ruhm. Seine malerische Tätigkeit ist 1949-54 wieder durch die drückende Finanzlage unterbrochen. Der spätere französische Kultusminister und Schriftsteller André Malraux, überträgt Fautrier als Herausgeber beim Verlag Gallimard die grafische Betreuung von Kunstbänden. Zusammen mit seiner Frau Jeanine Aeply entwickelt Fautrier daneben für die Verbreitung seiner eigenen Arbeiten die "Originaux Multiples", eine Mischung aus Druckgrafik und Malerei.
Ab 1954 malt der Künstler wieder mit Ölfarben. Dabei verzichtet er auf die zuvor entwickelten haptischen Oberflächen. Weltweite Ausstellungen seiner Bilder folgen: u.a. 1959 auf der "dokumenta" 2 in Kassel. Den Großen Preis der Biennale in Venedig erhält er 1960. Die Retrospektive, die das Musée d'Art Moderne de la Ville in Paris ihm 1964 widmet, kann Jean Fautrier, schwer erkrankt, nicht mehr erleben.
Fautrier stirbt am 21. Juli 1964 in Châtenay-Malabry.


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